Am Fronleichnamstag 1928 wurde der Entschluss gefasst die Neue Marienkirche zu bauen, nachdem die Alte Marienkirche sich als viel zu klein erwies. Das Grundstück war eine Schenkung der Gemeinde Kleinsüßen, die Baupläne fertigte der Architekt Otto Linder an.

Am 5. Oktober 1928 konnte der erste Spatenstich getan werden und am 20. Dezember 1928, dem vierten Adventssonntag, wurde der Grundstein gelegt. Er ist an der Ostseite der Krypta, dem Raum unter dem Altar sichtbar und enthält Urkunden aus der Bauzeit. Am 13. Oktober 1929 weihte Bischof Dr. Johannes Baptista Sproll das Gotteshaus auf den Titel „asumptio beatae Mariae virginis“ (Mariä Himmelfahrt).

Unter der Leitung von Architekt Norbert Behringer vom Architektenbüro Bauer und Behringer aus Ebersbach wurde im Jahr 2006 die Kirche innen renoviert und die Altarweihe fand am 17. Dezember 2006 durch Weihbischof Dr. Johannes Kreidler statt.

Eingangsbereich
Vom Platz vor der Kirche, dem heutigen Marienplatz, waren es (bis zur Aufbringung des roten Steinbelages) 7 Stufen die zu den Kirchentüren führten. Man muss 7 Stufen hinaufgehen um Gott zu begegnen (7-Zahl = heilige Zahl; Aufstieg zum Berg Tabor, Karmel, Sinai; 7 Sakramente). So enthält auch die Türverkleidung 7 Steine aus Travertin. Oben grüßt und segnet die 2,20 m hohe Statue  der Muttergottes mit dem Jesuskind, von Oskar Fuchs, als Kirchenpatronin gleichsam jeden Besucher. 

Farbgebung und Glasfenster
Die Vorhalle war ursprünglich in lichtem blau-grün gehalten, das Schiff rot-violett und der Chorraum hatte rot- und goldgetönte Rippen und Flächen. Bei der Renovation im Jahr 1971 wurden diese weiß gestrichen und bei der Innenrenovation im Jahr 2006 wurden die Originalfarben wieder verwendet und in Graniertechnik auf einen weißen Untergrund neu aufgetragen, so dass man sich an die ursprünglichen Farbtöne - deren Pigmente man bei der Renovierung fand (Cyanrot und Ultramarinblau) – anglich und trotzdem der Kirchenraum nicht dunkel wurde.

Dreigeteilte bunte Glasfenster erfüllen die Kirche mit einem farbenreichen Licht. Eisenbetonpfeiler geben dem Kirchenraum die notwendige Gliederung und Harmonie. Der säulenlose Grundriss ermöglicht von jedem Platz der Kirche den freien ungehinderten Blick in den Altarraum. Zwei verborgene Fenster in der vorderen Chorwand werfen ihr Licht auf das Kreuzbild.

      

Fresken
Die seit 1929 erhaltenen Fresko-Bilder sind das Werk des Kunstmalers Alois Schenk, Schwäbisch Gmünd. Sie wollen die Christusbezogenheit einer Marienkirche darstellen, wie sie beim Rosenkranzgebet zum Ausdruck kommt. Bei der Renovierung 1971 wurden sie teils weiß übermalt und im Jahr 2006 wieder frei gelegt.

Das Bild vorne – für den Hochaltar gemalt – ist dem Höhepunkt des schmerzhaften Rosenkranzes entnommen und stellt in erhabener Größe und Majestät das Opfer am Kreuz dar, das weit geöffnete Herz seiner Gemeinde zugekehrt.
Die Darstellung an der rechten Seite, wo der Herz-Jesu-Altar war, zeigt den Auferstandenen mit Thomas.
Über den Chorbogen wurde die Krönung Mariens durch die heiligste Dreifaltigkeit – das Festgeheimnis vom 15. August, dem Titularfest der Kirche - angebracht.

Altar
Der grundlegende Gedanke des Altars resultiert aus der örtlichen und architektonischen Gegebenheit der Trennung von Gemeinde und Altarbereich. Die Öffnung des Altars soll einen Gegenpol zu dieser Trennung bilden und damit eine Geste schaffen, die den Altar nicht als Barriere oder zusätzliches trennendes skulpturales Element versteht, sondern vielmehr durch die Öffnung das Verbindende sucht. Je nach Standort in der Kirche wirkt der Altar verschieden. Als Material wurde dunkler Schwarzstahl auf den Außenseiten schwarzblaubraun patiniert und großflächig angelegte Blattvergoldung auf den Innenseiten verwendet. Der Altarraum wurde durch den Künstler Bernhard Huber aus Esslingen gestaltet.

Der Kirchturm
Die Gesamtlänge der Kirche beträgt 43 m, davon entfallen auf das Schiff 34 m. Der Kirchenraum ist 16 m breit und 13 m hoch.

Der Turm mit seinem eigentümlichen grünen Helm – weithin sichtbar – ist ein Wahrzeichen der Stadt Süßen und misst bis zur Spitze 47 m.
Im Glockenstuhl sind vier Bronzeglocken mit den Tönen d, f, a, h, ein so genanntes Salve-Regina-Geläut. 1995 wurde der Turm saniert und der Glockenstuhl erneuert. Bei der Außenrenovierung im Jahr 2000 wurde das Dach komplett neu gedeckt, ebenso die Außenanlagen neu gestaltet und ein behindertengerechter Eingang gebaut.

Patrozinium
Patrozinium der Neuen Marienkirche ist das Fest Maria Himmelfahrt. Den Zusammenhang von Marienleben und unserem Leben bringen die Bilder von Kunstmaler Schenk zusammen. Die Zeit des Baus der Kirche lag in einer Zeit, in der die Marienverehrung hohe Bedeutung hatte. Die Fresko-Bilder wollen die Christusbezogenheit einer Marienkirche darstellen, wie sie beim Rosenkranzgebet zum Ausdruck kommt. Vor dem Kircheneingang grüßt Maria jeden Besucher. Zudem steht eine 1,50 m große Skulptur in der Taufkapelle neben dem Kerzenständer. 

                                     


Wo Sie die Neue Marienkirche in Süßen finden:

Lange Straße 24, 73079 Süßen

(bei Klick öffnet sich google.maps)